Seit fünf Monaten arbeiten sechs Schulen der Stiftung Katholische Freie Schule im Modellprojekt „Inklu­sionsorientierte Schul- und Unterrichtsentwicklung“. Regel- und Sonder­schulen wollen gemeinsam tragfähige und übertragbare Strukturen für einen inklusionsorientierten Unterricht entwickeln und aufbauen. Ein wissenschaftlicher Beirat begleitet das Projekt und gibt Impulse zur Weiterentwicklung und Evaluation. In dieser Woche trafen sich die Vertreter aus Wissenschaft,  staatlicher sowie kirchlicher Schulverwaltung und Wohlfahrt erstmals in Rottenburg.

An vielen Freien Katholischen Schulen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart wurden in der Vergangenheit immer wieder Kinder mit besonderem Förderbedarf aufgenommen und gemeinsam unterrichtet. Durch die künftig auch im Schulgesetz verankerte Inklusion wird der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne besonderen Förderbedarf nicht länger Einzelfall bleiben, sondern zum schulischen Alltag werden. Damit ihre Schulen angemessen auf diese Herausforderung reagieren können, werden im Modellprojekt „Inklu­sionsorientierte Schul- und Unterrichtsentwicklung“ von der Stiftung Katholische Freie Schule umfassende Angebote zur Qualifizierung und Begleitung der Lehrerinnen und Lehrer an Regel- und Sonderschulen sowie für deren Kooperationspartner bereit gestellt.

Der wissenschaftliche Beirat war sich bei seinem ersten Treffen einig, dass der Marchtaler Plan, das reformpädagogische Konzept der Katholischen Freien Schulen, bereits ein inklusives Curriculum darstellt und bestens geeignet ist, den Herausforderungen der Inklusion im Kontext Schule zu begegnen. Dennoch stellen sich sowohl für die Stiftung als auch für ihre wissenschaftlichen Begleiter noch zentrale Fragen nach Voraussetzungen und konkreter Umsetzung für einen gemeinsamen Unterricht und eine inklusive Schulkultur. In Begegnungen mit den Schulen und in Forschungsprojekten verschiedener Hochschulen soll diesen Fragen in den kommenden eineinhalb Jahren nachgegangen werden.

Zum wissenschaftlichen Beirat gehören Abteilungspräsidentin Dr. Susanne Pacher (Regierungspräsidium Tübingen), Ordinariatsrätin Ute Augustyniak-Dürr (Bischöfliches Ordinariat), Prof. Dr. Reinhold Boschki, (Universität Bonn), Prof. Dr. Karin Terfloth (Pädagogische Hochschule Heidelberg), Prof. Dr. Kerstin Merz-Atalik, Peter Hudelmaier-Mätzke (beide Pädagogische Hochschule Ludwigsburg), Prof. Dr. Christian Lindmeier (Universität Koblenz-Landau)und Hans-Peter Häußermann (Caritasverband).

Suche