Ab dem Schuljahr 2013/14 bietet das Albertus-Magnus-Gymnasium Stuttgart eine Quereinsteigerklasse an, die Realschülerinnen und Realschüler nach der mittleren Reife auf die gymnasiale Kursstufe vorbereitet und so anschließend zum Abitur des allgemeinbildenden Gymnasiums führt. Das Angebot richtet sich vor allem an Jugendliche mit sprachlicher und musischer Begabung, insbesondere im Fach Bildende Kunst. Sie erhalten die Chance auf die gezielte Förderung Ihrer Talente, Interessen und ihrer persönlichen Entwicklung.

Schulleiterin Gabriela Künne erläutert das Vorhaben: „Wir wollen Verantwortung für die Schülerinnen und Schüler übernehmen, die das Potenzial für die Hochschulreife mitbringen, aber zunächst aus verschiedenen Gründen einen mittleren Bildungsabschluss in Angriff genommen haben.“ Die beruflichen Gymnasien bieten dabei mit ihren vorwiegend technischen, wirtschafts-, sozial- oder ernährungswissenschaftlichen Ausbildungsschwerpunkten für Realschulabsolventen mit Interessen im sprachlichen oder künstlerischen Bereich derzeit nicht die passgenaue Perspektive. Zudem sind allein im vergangenen Schuljahr über 1000 Schüler aufgrund fehlender Plätze hier nicht zum Zug gekommen.

Es sei ein besonderer Auftrag einer katholischen freien Schule, alternative Konzepte als Ergänzung des staatlichen Schulwesens zu entwickeln, betont Gabriela Künne. Die spezifischen Elemente der Quereinsteigerklasse orientieren sich am „Marchtaler Plan“, dem besonderen pädagogischen Konzept am „AMG“. Im vernetzten Unterricht (VU) werden die neuen Gymnasiasten beispielsweise anhand des Themenmoduls „Der Mensch in der Geschichte“ geistes- und sozialwissenschaftlich gefördert. Der dazugehörige vertiefende Kunstunterricht wird durch eine Arbeitsgemeinschaft mit den zehnten Klassen des G8 ergänzt, um das Zusammenwachsen mit der bestehenden Schülergemeinschaft und den Austausch mit den zukünftigen Kurs-Kameraden zu stärken. In den „Freien Studien“ werden ausgewählte Fragestellungen eigenständig von den Schülerinnen und Schülern bearbeitet,  die so an das wissenschaftliche Arbeiten herangeführt werden. Persönliche Betreuung erhalten die Neu-Gymnasiasten dabei von ihrem Klassenlehrer. Mit weiterer Studienbegleitung, die in das Ganztageskonzept eingebettet ist, werden sie in den Kernfächern, insbesondere Mathematik, auf die fachlichen Herausforderungen der Kursstufe vorbereitet.

Wie in den anderen Klassenstufen am AMG auch, wird spirituellen und sozialen Aktivitäten in der Quereinsteigerklasse ein besonderer Raum gegeben. Die Schulwoche beginnt immer mit einem Morgenkreis, der den Rahmen für meditative Übungen und Gespräche um persönliche Anliegen oder für die Stärkung der Klassengemeinschaft bietet.

„Wir möchten den Jugendlichen eine Umgebung bereiten, in der sie in ihrem individuellen Weg der Entfaltung einer eigenständigen, selbst- und verantwortungsbewussten Persönlichkeit bestärkt werden“, erläutert Künne. Besinnungstage und ein zweiwöchiges Sozialpraktikum geben den „Quersteinsteigern“ neben dem Lernen Zeit zur Reflektion und Gelegenheit, neue Perspektiven und Lebensbereiche zu entdecken.

Die Chance auf die Einrichtung einer Quereinsteigerklasse hat sich durch die frei werdenden Ressourcen nach Abgang des doppelten Abiturjahrgangs eröffnet. „Unser Vorhaben ist auf großes Interesse beim Lehrerkollegium getroffen, das mit großer Motivation und Begeisterung bei der Entwicklung des Konzeptes mitgewirkt hat“, freut sich Initiatorin Gabriela Künne. „Wir sind bereit für die neuen Schülerinnen und Schüler!“ www.amgs.de

 

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