Selber machen statt nur konsumieren

Auf dem Fachtag „Werteorientierte Medienpädagogik“ beschäftigen sich Lehrkräfte und Erzieher*innen mit der Frage, wie digitale Medien kreativ und verantwortungsbewusst eingesetzt werden können.


Die Stiftung Katholische Freie Schule lädt am 26. Februar 2019 zu einem medienpädagogischen Fachtag in die Katholische Fachschule für Sozialpädagogik in Ulm ein. Lehrkräfte und Erzieher*innen sind eingeladen aktive und kreative Einsatzmöglichkeiten digitaler Medien im Kindergarten und in der Schule kennenzulernen und in Workshops selbst auszuprobieren. Den Initiatoren ist es wichtig zu zeigen, wie Kinder dabei unterstützt werden können, Medien als Werkzeuge einzusetzen, mit denen sie die Welt entdecken, selbstbestimmt lernen und gestalterisch aktiv werden können.


In einem Vortrag wird Günther Anfang Potentiale von aktiver Medienarbeit aufzeigen und zur Diskussion stellen. Günther Anfang ist Leiter der Abteilung Praxis am Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis und Leiter des Medienzentrums in München. In Workshops lernen die Teilnehmenden Möglichkeiten kennen, wie sie die aktive Medienarbeit in ihre pädagogische Arbeit integrieren können. Die Schwerpunkte liegen dabei auf den klassischen Darstellungsformen Foto, Video und Audio, die mittlerweile mit fast jedem mobilen Gerät umsetzbar sind. Neben Günther Anfang (Film) werden die Workshops geleitet von der stellvertretenden Leiterin des Lernradios der PH Freiburg Nina Brieke (Audio) und Peter Holzwarth (Foto), Dozent für Medienbildung an der PH Zürich.


Nahezu alle Kinder haben heute schon im Kindergartenalter Erfahrung mit der Nutzung von Smartphones und Tablets. Meist werden sie zum Spielen oder Filme schauen verwendet. Wenn Kinder diese Rolle der Konsumenten verlassen und selbst Medieninhalte produzieren, ergeben sich daraus vielfältige Chancen. Sie lernen technische Geräte und Anwendungen als Werkzeuge kennen, mit denen sie forschen und entdecken, kreativ sein und sich ausdrücken, lernen und arbeiten können. Gleichzeitig können Pädagog*innen zur Reflexion anregen und so einen respekt- und verantwortungsvollen Umgang mit Medien fördern. Das Modellprojekt „5 to 8-media“ der Stiftung Katholische Freie Schule, das von der Veronika-Stiftung und der Auerbach Stiftung angestoßen wurde und finanziert wird, untersucht, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit digitalen Medien in Kindergarten und in Grundschule gelingen kann. Gemeinsam wollen Lehrkräfte, Erzieher*innen und Medienpädagog*innen herausfinden, welche Möglichkeiten für einen produktiven Einsatz von Medien es in Schule und Kindergarten gibt und welche Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen. Gleichzeitig möchten sie die Kinder schon früh für einen verantwortungsvollen Umgang sensibilisieren und zeigen, wie und warum die Nutzung digitaler Medien auch an Grenzen stößt und wie man diese Grenzen erkennen und achten kann.

Der Fachtag in Ulm bildet den offiziellen Auftakt für das Medienprojekt „5 to 8-media“. Aus diesem Anlass sind Stefan Heil (Auerbach Stiftung) und Robert Antretter (Veronika-Stiftung) zu Gast. Gemeinsam mit Stiftungsdirektor Dr. Joachim Schmidt werden sie zum Auftakt des Fachtags den Startschuss für das dreijährige Projekt geben.

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