RISSEG – 48 Mädchen und Jungen der Schule St. Franziskus Ingerkingen und des Bischof Sproll Bildungszentrums Risseg gaben dem Begegnungsprojekt „Leben ist angesagt“ mit einem Balladenabend ein Gesicht. Durch ihren Auftritt lebten sie das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung vor.

Voller Stolz und mit schönen Erinnerungen aus der Probezeit kündigten die Lehrer beider Schulen die Auftritte der zehn Gruppen an. Balladen – heiter – romantisch – tödlich – standen auf dem Programm.  „Wenn man tanzt und singt, fallen ganz unbemerkt die Grenzen“, erzählt BSBZ-Musiklehrer Jörg Seethaler. Das unbefangene Miteinander und auch der Respekt voreinander mussten jedoch erst wachsen und brauchten Zeit. Die kreative Aufgabe hat den jungen Menschen dabei geholfen

Bereits im Oktober begannen die Schülerinnen und Schüler ihre selbst ausgewählten Balladen einzustudieren. In der Darstellung wählten sie zwischen Gesang, Theater, Schattenspiel, Vortrag, Diashow, Film oder Puppentheater aus. Sie haben sich eingelassen auf das Projekt „Leben ist angesagt“ des Caritasverbandes der Diözese Rottenburg Stuttgart, das von der gleichnamigen regionalen Projektgruppe angestoßen wurde. Die freiwillige Arbeitsgemeinschaft soll Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung fördern. 48 Schülerinnen und Schüler haben sich angemeldet.

An diesem Tag standen sie gemeinsam auf der Bühne und begrüßten das zahlreich erschienene Publikum mit dem Lied „An Tagen wie diesen“ von den Toten Hosen. Der Text wurde auf ihr Projekt umgemünzt: „Wir woll’n es zusammen wagen, Theater spielen, bis hin zu der Musik“. 

Allen ist es gelungen, jedes Mitglied entsprechend seiner Fähigkeiten in die Darbietung einzubinden. Sei es in der Ballade vom „Ritter Kunkel“ von Heinz Erhardt, in dem Florian, der im Rollstuhl sitzt, als furchterregender Drache auftritt, oder bei Abbas „Mamma Mia“, wo alle Teilnehmer ihre Hüften kreisen lassen. Mit dem Lied „Someone like you“ hat sich die Gruppe um den Ingerkinger Schüler Tom im Text mit ihrem neuen Freund befasst und das Stück umgeschrieben. „Du bist in unseren Herzen“, singen fünf Schülerinnen, während Tom das Glockenspiel anklingen lässt. Im Hintergrund läuft eine Diashow mit Bildern der Gruppe. Mal sind sie lachend zu sehen, mal liegen sie sich in den Armen - ergreifende Szenen. 

„Was wir hier erleben dürfen, ist etwas ganz Besonderes", betont Jörg Seethaler.  „Durch dieses Projekt ist vieles entstanden, was wir uns anfangs nicht vorstellen konnten."  „Es ging darum, Chancen zu nutzen, Veränderungen anzustoßen, aber auch Grenzen zu akzeptieren", fügt Realschuldirektor Markus Holzschuh hinzu. Und noch eine Erkenntnis hat sich verfestigt: „Miteinander lässt sich alles besser tragen. Gemeinsam sind wir stark!"

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