Schüler der Ingerkinger Schule St. Franziskus sowie des Bischof-Sproll-Bildungszentrums Rissegg proben derzeit gemeinsam für einen Balladenabend, den sie im Juni aufführen werden. Dabei inspirieren sie
sich gegenseitig und lernen weitaus mehr als Balladen auf die Bühne zu bringen.

Wenn die Schüler der Schule St. Franziskus zu den Proben ins Bischof-Sproll-Bildungszentrum (BSBZ) kommen, überraschen sie ihre Lehrerin mit immer neuen Talenten. "Nicht nur dass Denis Gerth richtig musikalisch ist, er schafft es zum Beispiel auch, Jugendliche seiner Gruppe dazu zu bringen, ihm Wünsche zu erfüllen", sagt Petra Fritzenschaft und freut sich über seine Kontaktfreudigkeit. Bei jedem Fahrstuhl stubst der 18-Jährige die Gymnasiastin Tabea Krautscheid an, die mit ihm die Ballade Lorelei einstudiert. Seine Hände formt er zum Zeichen für Fahrradfahren. Die 16-Jährige, die anfänglich noch keine Gebärdensprache verstand, weiß mittlerweile, wonach ihm der Sinn steht: "Dennis fährt ziemlich gern Fahrstuhl", sagt die Schülerin. Heute können sie und ihre Mitschüler sogar Teile des rituellen Begrüßungslieds "An Tagen wie diesen" von den Toten Hosen in Gebärden ausdrücken.

Es ist das erste Gemeinschaftsprojekt dieser Art und der große Zuspruch unter den Schülern freut die beteiligten Lehrer beider Schulen. Rund 50 Schüler im Alter von 9 bis 21 Jahren proben seit Oktober des vergangenen Jahres in Kleingruppen ihre selbst ausgesuchten Balladen und werden sie im Sommer in Form von Gesang, Tanz, Theater, Film, Schattenspiel, Puppentheater oder Diashow auf der Bühne der Rißegger Schulaula interpretieren. "Wir helfen den Gruppen, sich auch inhaltlich mit den Texten zu befassen und die Ingerkinger Schüler miteinzubeziehen", sagt die BSBZ-Lehrerin Julia Neuhäuser.

Proben und Aufführung sind Teil des Projekts, „Leben ist angesagt" des Diözesancaritasverbandes Rottenburg-Stuttgart, um Bewusstsein für den Schutz des Lebens zu schaffen und um die Menschen zu ermutigen, Kinder mit Behinderung anzunehmen. Das ist auch der Grund, warum Tabea Krautscheid mitmacht. "Menschen mit Handicap gehören genauso dazu." Ihr fällt das leicht. In der Requisite sucht sie zusammen mit Tim Bartschinski und Denis Gerth nach Stoffen, die auf der Bühne als Wasser durchgehen. Wenn sie alle Requisiten zusammen haben, wird wieder geprobt: Tabea hilft Dennis an der Trommel, um in den Takt zu kommen, bevor sie und Tim Bartschinski zu singen beginnen.

Katharina Täubl

(Zeitschrift "dialog", St. Elisabeth Stiftung, Ausgabe 1/2013, S.22)

Info
Der Balladenabend in der neuen Aula des Bischof-Sproll-Bildungszentrums beginnt am 25. Juni 2013 um 18 Uhr. Interessierte sind herzliche eingeladen, der kostenlosen Aufführung beizuwohnen.

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