Biberach: Tim Bartschinski, Isabell Dehler und Laura Altenschmidt haben die gleichen Wünsche und Träume wie viele Jugendliche - Handicap hin oder her. Wie ihr Lebensalltag konkret aussieht und welche Möglichkeiten sie trotz ihrer Behinderung haben, das zeigt jetzt die neue sechsteilige Doku-Soap "Only locals - Soap für alle". Bei der Premiere war der große Kinosaal im Traumpalast Biberach proppenvoll. Danach strahlten alle Schauspieler, das Produzententeam von moving angel und die Kinobesucher gleichermaßen.

Mitten drin war der Bundestagsabgeordnete Martin Gerster. Er zeigte seine Begeisterung ganz offen, lobte alle Beteiligten und erklärte vor versammelter Kinoschar: "Das macht Mut. Mit diesem Filmprojekt habt Ihr Zeichen gesetzt - für eine Welt, in der nicht die Gegensätze, sondern das Miteinander im Vordergrund stehen".

In der Doku-Soap spielen Jugendliche mit und ohne Behinderung ihren Alltag. Ein vorgefertigtes Drehbuch oder festgelegte Dialoge gab es beim Drehen nicht. "Wir haben beim Set spontane Reaktionen der Mitspieler aufgenommen und die ganze Story um Freundschaft und Zukunftsperspektiven erst dann entstehen lassen", sagt Regisseur Jean Christophe Blavier. Worauf Birgit Baumgärtner von der Produktionsfirma moving angel ergänzt: "Als wir beim Drehen etwa bemerkten, dass sich Laura Altenschmidt in Nikolas Wittig verliebt, haben wir das gleich in die Story eingebaut - ebenso die Ideen und die gezeigten Emotionen der anderen. Und genau deshalb sind die einzelnen Szenen gleichzeitig lustig und berührend, aufbrausend und liebevoll, kompliziert und einfach, ehrlich und entwaffnend". Einzige Profischauspieler sind Bernd Gnann und Nicole Ditscher. Daneben brillieren Schüler des Bischof-Sproll-Bildungszentrums. Mit dabei sind unter anderem Nikolas Wittig, Magdalena Grundler, Linus Holzschuh und Mimi Elsässer. Sie beeindrucken durch ihre Charaktere und erfrischen die Seifenoper mit ihren schauspielerischen Talenten, ihren musikalischen Fähigkeiten und mit ihrem großartigen Einfühlungsvermögen. Sie machen diese Seifenoper zusammen mit allen anderen Beteiligten zu einem Film, der wegweisend ist. So kann Inklusion funktionieren! Bleibt zu hoffen, dass dieser Film jetzt Kreise zieht und an allen Schulen und im Kultusministerium für Gesprächsstoff sorgt.

Hintergrund:

Für diesen Film hat es Fördermittel aus dem Topf „inklusive Modellprojekte“ vom Sozialministerium des Landes gegeben. Logistisch unterstützt wurde die private Produktionsfirma moving angel von der Caritas Biberach, dem Bischof-Sproll-Bildungszentrum (BSBZ) und der Schule St. Franziskus in Ingerkingen. Die Filmpremiere wurde im Rahmen des Bildungsprogramms „Denkanstöße – gemeinsam unterwegs“ vom Katholischen Schulwerk Biberach, dem   Förderverein des BSBZ organisiert und finanziert. Nächste Woche kommt die Soap ins Kino nach Stuttgart. Danach wird sie unter www.only-locals.de als Staffel im Internet veröffentlicht. Ab Mitte Februar ist die Doku-Soap auch als DVD über die Produktionsfirma erhältlich. Nähere Informationen gibt es unter www.moving-angel.com

Bericht von  Carmen Bogenrieder-Kramer, Fotos von Inge Veil-Köberle

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