Ausstellung „Sichtbarkeiten“ in Obermarchtal
Eine Kooperation der Franz-von-Sales-Schule mit der Kirchlichen Akademie
Ausstellung „Sichtbarkeiten“ in Obermarchtal. Eine Kooperation der Franz-von-Sales-Schule mit der Kirchlichen Akademie
Menschen mit Behinderung in Belarus? Wo liegt Belarus überhaupt? Und warum beschäftigen wir uns ausgerechnet mit dem Thema „Behinderung“ in Verbindung mit gerade diesem Land?
Das waren zu Anfang die Fragen, die sich die Schülerinnen und Schüler der Eingangsklasse am Aufbaugymnasium in Obermarchtal stellten, als die Klasse in Verbindung mit der Akademie eine Ausstellung genau zu diesem Thema vorbereitete. Und es stimmt, Behinderung in Belarus ist ein Nischenthema – aber vielleicht gerade deswegen lohnt es sich, einen Blick darauf zu werfen. Da die Schülerinnen und Schüler Ende April ihr zweiwöchiges Sozialpraktikum absolvierten und einige Schülerinnen in Einrichtungen für Behinderte arbeiteten, lag eine Verbindung zum Thema durchaus nahe. Anders verhält es sich dagegen mit Belarus: Obwohl die Hauptstadt Minsk nur 1100 km von Berlin entfernt liegt, wissen wir sehr wenig über dieses Land.
Die Ausstellung „Sichtbarkeiten“ wurde vom Verein Kanikuli e.V. konzipiert und zeigt Porträtfotografien von Menschen, die in Belarus, nahe Minsk, in einer Behinderteneinrichtung leben. Der Name der Ausstellung möchte darauf hinweisen, dass behinderte Menschen in unseren Gesellschaften oftmals nicht wahrgenommen werden. Das gilt im besonderen Maße für Belarus, da dort Menschen mit Behinderung vermehrt in Heimen leben und wenig gefördert werden. Die Fotos der Ausstellung möchten diesen Menschen Sichtbarkeit geben, ihre Individualität, ihre Einzigartigkeit, ihre Persönlichkeit zeigen. Der Verein Kanikuli e.V. besteht seit zwanzig Jahren und hat sich zum Ziel gesetzt, Behinderteneinrichtungen in Belarus zu unterstützen. Das geschieht durch Austausch und finanzielle Unterstützung. Bis zum Jahr 2019 haben Freiwillige aus Deutschland eine alljährlich stattfindende Freizeit mit ihren belarussischen Partnerinnen und Partnern organisiert. Diese Kooperation ist aufgrund der politischen Lage so nicht mehr möglich, die Kontakte zu den Menschen vor Ort werden durch die Vereinsarbeit dennoch aufrechterhalten. Zwei Vertreterinnen des Vereins, Emily Bertheau und Marlene Westecker, reisten in der Woche vor dem Sozialpraktikum der Eingangsklasse nach Obermarchtal. Sie informierten in der Klasse über Belarus, stellten ihre Arbeit für Kanikuli e.V. vor und eröffneten die Ausstellung. Ihr persönlich gehaltener und eindrucksvoller Vortrag gab einen Einblick in eine nur vermeintlich weit weg liegende Welt und machte diese Welt damit für alle „sichtbar“.